Simon, Am Gewinn ist noch keine Firma kaputt gegangen

Buchbesprechung

Der Einstieg

Corona hat die Wirtschaftsstrukturen verändert. Wie dauerhaft das sein wird, kann zurzeit kaum einer abschätzen. Szenarien versuchen eine Annäherung an die Zukunft. Manche Branchen konnten die Umsätze (mittlerweile wieder) steigern, manche Unternehmen haben ihre Produktion umgestellt auf medizinisch notwendige Güter. Andere müssen weiterhin den Stillstand aushalten.

Das Kernthema – aktuell auch unter Corona

Während auf den ersten Blick alle bestrebt zu sein scheinen, den Umsatz aus der Vor-Corona-Zeit zu erreichen und Einbrüche aufzuholen, scheinen die damit verbundenen Kostensteigerungen in den einzelnen Betrieben aus dem Blick zu geraten: Erfüllung von Hygieneauflagen, zusätzlicher Zeitbedarf für aufwändigere Personalplanung, mehr Mails und vermehrtes Telefonaufkommen beeinflussen den Ertrag. Mittelfristig sind Zinsen für zusätzlichen Kreditbedarf einzubeziehen. Wo bleibt da der Gewinn?

Was jetzt zu bedenken ist

„Gewinnmaximierung“ war schon vor der Krise in manchen Kreisen ein Reizwort. Hermann Simon plädiert dafür, den Begriff als „Gegenteil von Verschwendung“ zu definieren. Definitionen des Begriffs sind jedoch nicht einheitlich. Peter Drucker, den Simon zitiert, sieht Gewinne als Kosten des Überlebens, das Kapital, unternehmerisches Risiko und Sicherung der Zukunft beinhaltet.
In einem Achsenkreuz zwischen Absatz- und Gewinnwachstum gehören die beiden Kombinationen Gewinn wächst/Absatz sinkt und Absatz wächst/Gewinn sinkt zu den Abwägungszonen. Nach einem überstandenen Shutdown, in dem sich in der Regel beide Variablen zum Negativen verändert haben („Alptraum“) sollte daher so bald wie möglich das Augenmerk wieder auf das Potenzial des Unternehmens gerichtet werden.

Umsatz/Absatz und Gewinn werden durch Wettbewerb und Verhandlungsmacht seitens der Zulieferer und Abnehmer beeinflusst. Absatz um jeden Preis zur Senkung der Lagerkosten und Sicherung der Liquidität, Aufnahme neuer Sortimente durch „systemrelevante“ Anbieter, Kaufzurückhaltung bei den Kunden – oft bestimmen diese Faktoren gleichzeitig die aktuelle Lage eines Unternehmens. Simon identifiziert zusätzlich entscheidende Gewinnvernichter, deren Kenntnis hilft, die eigene Lage jenseits vermeintlicher Trends genau einzuschätzen. Scheinbar paradoxe Szenarien im Preis-Absatz-Gefüge werden verständlich erläutert.

Pflicht-Lektüre …

… für jede Unternehmerin, jeden Unternehmer, weil es genau JETZT die Chance zum Neuanfang gibt! Bleiben Sie gesund!

Ihre Gudula Buzmann

Hermann Simon, Am Gewinn ist noch keine Firma kaputt gegangen, Campus Verlag, 978-3-593-51230-3

Buchcover Am Gewinn ist noch keine Firma kaputtgegangen
Am Gewinn ist noch keine Firma kaputtgegangen (Deutsch) Gebundene Ausgabe – 11. März 2020

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