Zwischen Preisbindung und steigenden Kosten

Einen ersten Eindruck von den Preissteigerungen im Energiebereich bekommt manche Buchhandlung in diesen Tagen per Post: Gaskosten ungefähr mal Faktor 2,5 und Stromkosten etwa mal 1,7 sagen zwei Beispiele aus der Branche. Die Kosten für die Belieferung mit und Auslieferung von Ware scheinen wieder etwas zu sinken, leichtes Aufatmen.

Wo andere Händlerinnen und Händler die Preise anpassen, sind dem Buchhandel bei preisgebundenen Verlagserzeugnissen die Hände gebunden. Das ist vom Grunde der Preisbindung her gesehen auch gut so. Generell sind personelle Veränderungen bei Fachkräftemangel keine gute Idee. Aber vielleicht kann durch Veränderung der Öffnungszeiten auf eine Aushilfe verzichtet werden. Die Ertragsrechnung geht jedenfalls nicht mehr auf, wenn man wie bisher weitermacht.

Ansätze zum Kostensparen gibt es nicht nur auf Seiten der Zulieferer. Auch jede Buchhandlung kann noch einmal Bestellungen und Remissionen, Aktionsware und Warengruppen unter die Lupe nehmen. Abweichungen von verlagsseitig vorgegebenen Aktionsstarts können sinnvoll sein, wenn man dadurch die Nachfrage in einem bestimmten Zeitraum bündeln kann. Das muss moderiert werden: Werbung auf allen Kanälen und der gute alte Handzettel. Die begrenzte Zeit im Laden sorgt tendenziell für schnellere Kaufentscheidungen und vermindert im zweiten Schritt Lagerbestand und Remissionen, auch wenn selbstverständlich jedes Buch kurzfristig lieferbar wäre und man es für Nachzügler selbstverständlich gerne bestellt. Einzelne Warengruppen entwickeln sich dabei nicht selten zu Aktionssortimenten, weil man sie nicht in voller Breite und Tiefe ganzjährig benötigt.

Im Bestsellerbereich könnten sich größere Bestellmengen über vergleichsweise günstigere Versandvolumina rechnen. Und in den Nachbestellungen der Backlist kann man zwischen Barsortimentsbezug und höheren Mindestbestellwerten weiteres individuelles Sparpotenzial in den Logistikkosten heben.

Mit einer einfachen Excel-Tabelle kann man in der Vorschau prüfen, wann es eng wird. Dafür sollten die Raumkosten aufgeteilt werden in Miete, Strom, Gas etc., während man viele andere, wenig schwankende Kosten für die Prognose zusammenfassen kann. Nach Einführung der oben beispielhaft genannten Faktoren sieht man sofort, was übrig bleibt. Und dann ist die wichtigste Stellschraube das Wareneinsatz-Umsatz-Verhältnis.

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