Zunahme der Risiken

Wer ein Unternehmen hat, ganz oder in Teilen, geht ein Risiko ein. Auch vergangene Generationen hatten einiges an Risiken zu tragen, also ist das an sich nicht neu. Auf der anderen Seite sollte auch entsprechender Erfolg winken. Da wir bis auf weiteres aber mit dem Wandel leben und wirtschaften müssen, ist der Erfolg zumindest gefühlt unsicherer.

Das Adjektiv „höhere“ in Bezug auf Unternehmensrisiken bezieht sich daher zunächst auf einen bestimmten Zeithorizont und betrifft Kostensteigerungen in der Logistik, Warenbestände als Ladenhüter, steigende Finanzierungskosten, immer wieder angespannte Liquidität durch global wirkende Ereignisse der letzten Jahre und volatile Nachfrage seitens der Konsumenten. Alles hängt mit allem zusammen.

Wie sieht das im Handel aus? Ich schreibe diesen Artikel bei Außentemperaturen von an die 40 Grad. Das Ende der Hitzetage ist noch nicht in Sicht, die Läden ohne Klimaanlage sind wie leergefegt. Es gibt sie, die Untersuchungen über Produktivitätsverlust unter Hitzestress. Doch zahlreiche Städte und Gemeinden tun zu wenig für sogenannte Frischluftschneisen. Nicht immer liegt es an unterschiedlichen Meinungen, manchmal fehlt einfach das Geld, weil die Kassen leer sind. Und kaum fängt man an einer Ecke an, wackelt es an einer anderen gleich mit. Aber: Die Kundinnen und Kunden bleiben aus, die Gastronomie wird es ebenfalls merken – wer will da noch Gastronom oder Händler sein – und die Verbraucher*innen werden irgendwann über mangelnde Attraktivität klagen.

Was kann der Einzel-Handel tun, um beispielsweise das unternehmerische Risiko heißer Tage zu begrenzen? Das ist zum einen abhängig von den Order- und Lieferstrukturen der jeweiligen Branche. Vor allem Textilhändler arbeiten seit Jahren mit dem Szenario des falschen Wetters zur falschen Zeit. Aber warum nicht mal über Angebote außerhalb der Ladenöffnungszeiten nachdenken und dafür die Mittagspause wieder einführen, einen Münzautomaten mit Kaltgetränken im Laden aufstellen, mit dem Vermieter über Beschattung oder eine Klimaanlage reden und dem Bauamt einen Baum zur Pflanzung vor dem Laden stiften (und ihn freiwillig gießen). Und möglichst alle Nachbarn ermuntern, das Gleiche zu tun. Kleine Schritte, doch ohne sie wird gar nichts anders.

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