Zu schaffen oder geschafft

Arbeit ist wie ein Gummiball: Kaum weg – schon wieder da. Einerseits ist das wohl die Natur der Arbeit, andererseits gibt es innere Antreiber, die laut behaupten, man müsse nur schneller sein, mehr tun, nicht prokrastinieren, fokussierter vorgehen und natürlich keinesfalls klagen. Darüber hinaus gilt es in bestimmten Kreisen sogar als schick, sich am Rand der Überarbeitung zu befinden.

Für eine objektive Beurteilung sollte man innere Antreiber stumm schalten und sich kurz von allen gesellschaftlichen Zwängen verabschieden. Was ist eigentlich die eigene Aufgabe und Verantwortung? Gerade Unternehmerinnen – ja, weibliche Form – laufen Gefahr, sich in der Rolle der besten Mitarbeiterin zu verzetteln, anstatt das Unternehmen strategisch nach vorn zu bringen. Wie reagiert man unter Stress? Gerade in besonders angespannten Zeiten aktivieren Menschen Verhaltensweisen, die oft nichts mit dem gerade dann nötigen Überblick, sondern eher mit „möglichst viel wegschaffen und auf bessere Zeiten hoffen“ zu tun haben oder im Fall des „Totstellreflexes“ alles noch dramatischer machen.

Rechtzeitig Unterstützung zu etablieren, ist daher ein Zeichen unternehmerischer Klugheit. Holen Sie sich Unterstützung für Arbeitsbereiche,

  • in denen Sie scheinbar nie ein befriedigendes Qualitätsniveau erreichen,
  • in denen Sie das Gefühl haben, nie fertig zu werden,
  • in denen Sie Ihre Ziele immer wieder nach hinten verschieben,
  • bei denen Sie wissen, dass Sie eigentlich mehr tun müssten,

und vor allem, wenn sich Beschwerden häufen, egal ob von Kund*innen oder Mitarbeiter*innen.

Ein klassischer Bereich ist die Buchhaltung. Man kann jemanden einstellen oder eine KI abonnieren, die DSGVO-konform und selbstlernend unterstützt. Vielleicht sollte man auch eine Expertin für Büroorganisation erst einmal über den eigenen Schreibtisch schauen lassen, um Verbesserungspotenzial zu identifizieren. Wer die Abläufe selbst klein-klein dokumentiert, findet mit seinem Team sicher ein paar Doppel-Erledigungen. Oft hilft es, einfach mal zu fragen: „Was kann man Eurer Meinung nach besser organisieren?“ Ebenso oft gibt es in einem Team ein unterfordertes Talent, das gerade mit dem Auge für Details in der Buchhaltung in seinem Element wäre.

Geschafft! Der Ablauf ist gut organisiert. Man selbst fällt abends nicht mehr völlig geschafft und mit schlechtem Gewissen auf’s Sofa. Und wenn alle etwas unterhalb ihrer Auslastungsgrenze arbeiten, bleiben Wachstum und zusätzliche Aufgaben in angespannteren Zeiten schaffbar.

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