Wo ist das Bad?
Danach richtete sich die Seite, auf der ich aufstand, auf der keine Zimmerwand war, auf der ich mir mit meinem Aufstehen-Schwung keine Beule holte.
Das Zwei-Orte-Zuhause sehe ich im Nachhinein als eine Zeit des Übergangs. Meine morgendlichen Überlegungen zum Raum sind mir in Erinnerung geblieben, weil ich Übergänge seitdem als Räume und nicht als Schwellen wahrnehme. Eine Schwelle vermittelt vermeintlich Eindeutigkeit. Es gibt ein davor und ein danach. Ein Raum eröffnet Möglichkeiten. Die Bewegung kann in verschiedene Richtungen erfolgen und bleibt doch im Raum. Ein Raum bietet auch im Übergang einen gewissen Schutz und lässt trotzdem Positionsveränderungen zu, eine Schwelle fordert die zeitnahe Entscheidung, es ist nicht vorgesehen, vor oder gar auf ihr zu verharren.
Übergänge gibt es im Leben immer wieder. Wer sich mental auf einen Raum einstellen kann, entlastet sich. Das wirkt beruflich und privat und entlastet oft auch das persönliche Umfeld. Man muss sich nicht sofort für eine Seite entscheiden, sondern kann „es sich entwickeln lassen“. Man lernt über das anfangs vielleicht ungewohnte Raumgefühl neue Räume kennen. Irgendwann verlässt man den Übergang und ist wirklich bereit, neue oder die bekannten Wege anders zu gehen.