„Regnose“ statt Prognose

Matthias Horx gilt als einer der bedeutendsten Zukunfsforscher. Mit seinem Zukunftsinstitut findet er Trends, analysiert Strömungen und meldet sich immer wieder konstruktiv zu Wort. Vor einiger Zeit regte er an, die Zukunft nicht aus dem gegenwärtigen Erleben heraus zu prognostizieren, sondern über die „Regnose“ quasi auf sich selbst zurückzuschauen.

Für Unternehmen hieße das, sich zu fragen: "Es ist September 2023. Was tun wir gerade, wie geht es uns, was sind unsere Projekte?" Da das für das Unternehmen als Ganzes kaum im ersten Schritt realisierbar ist, wäre jede und jeder im Team gefragt: "Wir sind zwei Jahre weiter: Was machst du gerade? Wie geht es Dir?" Dabei tritt Erstaunliches zutage, weil die meisten von uns mental in der Lage sind, sofort die Zeitlücke zu überwinden und sich die Zukunft auf Basis der eigenen Ressourcen und der eigenen beruflichen Erwartungen vorzustellen. Durch die Formulierung "Es ist September 2023" ist man im Geist sofort in der Zukunft und rechnet nicht erst klein-klein nach, wie alt man dann ist und wie lange es schon Corona-Viren gibt.

Die Regnose wird zur erweiterten – und hoffnungsvollen – Perspektive, wenn sich die anschließende Diskussion darum dreht, was heute getan werden sollte, welche Weichen zu stellen sind, um die wünschenswerte Zukunft zu erreichen. Ein direkter Weg ist kaum zu erwarten, aber man kann die Optionen erweitern und gleich mehrere Weichen richtig stellen. Ein Rückfall in etwaige pessimistische Prognosen wird übrigens umso unwahrscheinlicher, je deutlicher die Zukunft in der Regnose erlebt wurde.

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