Projektion

„Von wegen Kopfschmerz. Sie hat sicher abgesagt, weil sie sauer ist." Die ganze Runde ist sich einig, dass die offizielle Begründung der Absage nicht stimmt. Ich bin erst neu dazugekommen – und stutze noch, weil ich zwischen Zustimmung und Zweifel pendele. Woher haben die Anderen diese Sicherheit und wessen Emotionen erzeugen bei mir Resonanz?

Die Fakten: Als Neue in einer Runde gibt es wenig eigene Erfahrung mit den anderen Gruppenmitgliedern. Somit beruht mein Pendeln zwischen Zustimmung und Zweifel auf wenigen Begegnungen. Warum sich die Anderen in der Runde einig sind, kann ich ebensowenig verifizieren. Wären einige aus dem gleichen Grund selbst nicht gekommen und projizieren das auf die Abwesende? Haben einige schon diese Erfahrung mit der Person gemacht und projizieren die Erfahrung auf die gegenwärtige Situation? Kommt die Behauptung von einen wenigen Meinungsführern und alle stimmen automatisch zu?

In jedem Fall entsteht eine eigene Dynamik und das kann Menschen in Schubladen stecken, in die sie nicht (mehr) hineingehören. Wer bei den Fakten bleibt, vermeidet diese Dynamik: Sie ist nicht da und es sind Vermutungen geäußert worden, woran das liegen könnte. Fertig. Das kann man sich auch bei längerer Erfahrung in einer Gruppe immer wieder in Erinnerung rufen, und natürlich erst recht in 1:1-Situationen, um Projektion zu vermeiden.

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