Mehr Absatz trotz Inflation

Wenn man auf die Theorie von Preis und Absatz blickt, arbeitet man mit Annahmen. Eine solche Annahme ist es, dass es auf einem Markt nur ein Gut verkauft wird. Bei niedrigem Preis wird mehr verkauft, bei höherem weniger.

Aber in der Realität stimmt das nicht immer. Für manche Güter steigt die Absatzmenge, wenn sie teurer werden. Für dieses Phänomen gibt es zwei Erklärungen: den Veblen-Effekt (Prestige-Effekt) oder das Giffen-Paradoxon.

Während beim Veblen-Effekt ein steigender Preis den „Wert“ des Produktes steigert (je teurer der Luxusartikel, desto besser), erklärt sich das Giffen-Paradoxon erst, wenn man die Preissteigerung auch für andere Produkte einbezieht. Also: Warum steigt die Nachfrage nach Kartoffeln, wenn doch Kartoffeln im Preis steigen? Wer bisher Fleisch und Kartoffeln gekauft hat, kann sich für das gleiche Budget und bei gleicher Kalorienmenge nicht mehr so viel Fleisch leisten. Daher steigt die Nachfrage beim Produkt Kartoffeln, obwohl auch diese teurer geworden sind.

Eine Welt mit nur zwei Produkten ist zwar Theorie, doch in der Praxis des Weihnachtsgeschäfts 2022 kann gerade der Buchhandel vom Giffen-Paradoxon profitieren. Ein Buch ist als Geschenk relativ preisgünstig und dennoch wertig. Wenn die Reise zu Weihnachten nicht drin ist, kann der Bildband ruhig opulent sein. Und wenn andere Dinge für den Adventskalender viel teurer geworden sind, kommen mehr Pixi-Bücher in die Säckchen.

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