Innenstadt Cluster

Das Institut für Handelsforschung (IFH) in Köln hat 2021 die Studie „Innenstadthandel in Zeiten der Digitalisierung“ veröffentlicht. Auch 2022 kann man aus den Clustern für den eigenen Standort noch Schlüsse ziehen.

Die Studie identifiziert fünf Cluster: „Die (unnahbare) Schöne, Die unterschätzte Alleskönnerin, Die pragmatische Einkaufsstadt, Die attraktive Einkaufsstadt, Die kleine Versorgerstadt". Die Durchschnittsgrößen der Städte liegen zwischen 50.000 (kleine Versorgerstadt) und 270.000 (attraktive Einkaufsstadt) Einwohner*innen.

Der Ort, in dem Ihr Unternehmen angesiedelt ist, ist deutlich kleiner und passt dort nirgendwo hinein? Macht nichts. Zum einen haben Sie und mit Ihnen Ihr ganzes Umfeld in jedem Fall eine der städtischen Konkurrentinnen von der Tür. Zum anderen funktionieren auch kleinere Städte und Stadtteile ähnlich.

Als Attraktivitätsfaktoren gelten Erreichbarkeit, Ambiente, Einzelhandelsattraktivität und Dienstleistungsattraktivität. Schon die Erreichbarkeit hat es in sich. Die Anbindung an den ÖPNV ist das eine, die Zahl der Parkplätze und die Kosten des Parkens sind das andere. Auch die Erreichbarkeit mit dem Rad ist in der Regel ausbaufähig. Beim Ambiente punktet man mit Sauberkeit, eigentlich eine Basisqualifikation, und mit dem Angebotsmix aus Gastronomie, Einzelhandel und Freizeitgestaltung. In der Studie ist die Zahl der Übernachtungen ein Indikator für die Attraktivität und zielt damit auf den touristischen Bereich, die Kaufkraft der Urlauberinnen und Urlauber.

In der pragmatischen Einkaufsstadt wird das Ambiente von den Befragten im Vergleich mit anderen Clustern schlechter bewertet. Das senkt die Verweildauer und strahlt auf die wahrgenommene Attraktivität des Einzelhandels aus – selbst wenn die zuvor abgefragte Vielfalt anderes vermuten ließe. Wo hier eine Aufwertung des Ambientes helfen würde, hat die kleine Versorgerstadt vor allem im Erlebnisbereich Potenzial. Laut Studie „wandeln sich Innenstädte von einem Place of Commerce zu einem Place of Experience“. Während kleine Versorgerstädte gut erreichbar sind und viel Naherholungsfläche haben, gelten sie im Erlebnisbereich als ruhig, touristisch wenig sehenswert.

Was können eine Kleinstadt unter 50.000 Einwohner*innen oder ein Stadtteil tun? Sie können den Stand der Sauberkeit prüfen und die Erreichbarkeit verbessern. Die Unternehmen können im Verbund ihre Vielfalt und Attraktivität über die Branchengrenzen hinweg ins Bewußtsein der Öffentlichkeit bringen. Die Vorteile des Einkaufens, Verweilens, der Dienstleistungsbandbreite und kleinerer touristischer Besonderheiten können in einer werbewirksamen Abgrenzung zur nächstgrößeren Stadt – je nach deren Cluster-Zuordnung – aufbereitet werden. Stetes Werben auf allen Kanälen seitens aller Beteiligten kann den Standort attraktiv halten und sichern.

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