Sarina Spiegel, EAT. SLEEP. WORK. DIE?
Wer zurzeit den Urlaub noch vor sich hat, zählt die Tage und erzählt von der dringenden Notwendigkeit der Erholung. Der Alltag: zu sehr verdichtet. Der Spagat: zu groß zwischen allen Anforderungen, echten und vermeintlichen. Die Gesundheit: strapaziert, wenn nicht gar gefährdet.
Wer in Kürze wieder zur Arbeit muss, hofft darauf, die Erholung im Alltag nicht sofort wieder zu verlieren, und nimmt sich vor, erst einmal innerliche Distanz zur Dringlichkeit der Aufgaben zu wahren, um nicht sofort wieder das Hamsterrad-Gefühl zurückzubekommen. In Kapitel 1 von Sarina Spiegels Buch heißt es im Untertitel „… – wenn ein Burnout zum Statussymbol wird“. Sind wir soweit oder schon darüber hinaus? Nehmen wir schon in fatalistischer Ergebenheit die Möglichkeit des eigenen Nicht-mehr-Funktionierens hin, um weiter funktionieren zu können?
Die Autorin fokussiert sich mit ihrer Analyse auf fünf Systeme: das Individuum, die Bildung, die Arbeit, die Gesundheit und die Ökologie. Nach der Status-quo-Analyse geht es in die Historie der Ökonomie und deren Siegeszug über Ökologie und Soziales. Selbstverständlich stellt sie auch die Frage nach dem Wachstum, um im Kapitel 3 alternative Systeme zur Wachstumswirtschaft aufzuzeigen – und nein, nicht den Sozialismus. In Kapitel 4 schließlich fragt sie nach den Wegen der Transformation hin zu Wellbeing Economy Governments oder Kreislaufwirtschaft, zu Donut- oder Gemeinwohl-Ökonomie.
Und wie verändert man die Paradigmen? Kurz gesagt: Nicht gegen Wände rennen, sondern mit denen gemeinsame Sache machen, die ebenfalls auf dem Weg zu neuen Paradigmen sind. „Eat. Sleep. Work. Live. Swim. Dance. Laugh. Repeat.“ Es gibt zahlreiche Möglichkeiten jenseits des Wachstums. Davon sollte man zumindest mal gehört bzw. gelesen haben.
Sarina Spiegel
EAT. SLEEP. WORK. DIE?
Wirtschaft neu verstehen: Nur wer die Regeln kennt, kann das Spiel upgraden
oekom-Verlag, Softcover
ISBN: 978-3-98726-164-0