(Nicht) Anstecken lassen

Wenn täglich allerhand auf einen einprasselt, hat man kaum Zeit für das Wesentliche. Wie soll man das Wichtige vom Unwichtigen unterscheiden, ohne sich gleich vom nächsten Aufreger anstecken zu lassen?

Im Buchtipp „Soviel du brauchst“ beschreibt die Autorin im Kapitel „Schalt ab“ die Auswirkung einer Mental-Übung, hier folgt eine Anleitung (eine von mehreren möglichen):

Bleiben Sie akut stehen, wenn das nicht durchführbar ist, gehen Sie genau JETZT langsamer, (bleiben JETZT sitzen, JETZT liegen) und ziehen Sie in Ihrer Vorstellung die Tür Ihres persönlichen Bereichs zu. (Das ist der Raum um Sie herum, in dem Ihnen niemand zu nahe kommen darf, Ihr individueller Wohlfühlabstand zu anderen Menschen.)

Diese Tür ist schalldicht und auch die Wände Ihres Wohlfühlbereichs sperren die Geräusche aus. Sie hören daher Ihren Atem. Hören, wie die Luft beim Einatmen in die Nase strömt und beim Ausatmen wieder hinaus. Sie atmen langsam, weil Sie es genau hören möchten. Sie merken, dass  beim Wechsel zwischen einatmen und ausatmen gar kein Geräusch zu hören ist. Absolute Stille im Atem und in Ihren Gedanken. Zwischen Ein und Aus haben Sie abgeschaltet. Völlig. Sie holen Atem.

Mit dieser Übung lassen sich nicht von der allgemeinen Aufregung, der Empörung oder etwaigen Befürchtungen anstecken. Vielleicht aber ...

Vielleicht aber lassen Sie sich von der Sehnsucht nach Ruhe, innerem Frieden oder Angekommensein anstecken. Vielleicht wird eine Form der Meditation Ihre Auszeit aus der Alltagshektik.

Viele wünschen sich am Ende der Adventszeit, mehr zur Ruhe gekommen zu sein. Zünden Sie also ein Licht an, schließen Sie die Tür zu Ihrem persönlichen Raum und atmen Sie Ein – und aus – und ein – und aus –.

Sprechen Sie die Atemanleitung mit ruhiger Stimme und immer größer werdenden Pausen auf Ihr Handy, ungefähr zwei Minuten lang. Spielen Sie es ab, wenn Sie zur Ruhe kommen wollen. Das erleichtert den Einstieg in diese Form des Runterfahrens.

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