Veränderung beginnt im Kopf ...

... aber oft nicht mit dem Verstand.
Auch wenn Sachverhalte klar sind und Coaching Erfolg brachte, können unsichtbare Grenzen zuweilen noch massive Wirkung entfalten.
„Und wie hilft Mentaltraining?“
Das „Gehirn“ der Körperzellen wird in das Training einbezogen. Gefühle sind über die Nervenbahnen viel schneller beim Gehirn als bewusste Gedankenleistung wirksam werden kann. Daher werden im Mentaltraining Veränderungen auf vielen Ebenen implementiert, ob für sportliche Leistungen, bei Auftrittsangst, für Menschen mit hoher Verantwortung, für gesteigerte Kreativität und zur Unterstützung der Entwicklung bei Kindern. Oder einfach zur Auflösung von Blockaden, um die eigenen Ziele leichter zu erreichen.

Raustrauen

Es ist wieder möglich „normal“ zu leben, die meisten Beschränkungen haben sich erledigt. Wer zu den forschen Menschen gehört, geht jetzt auf's Ganze und unternimmt, wonach der Sinn steht. Wer eher vorsichtig ist und der Lage noch nicht traut, bleibt bei der Maske oder sogar zuhause. Was aber, wenn die beiden Typen sich begegnen?

Beide haben sich rausgetraut, erstgenannte Person mit viel Schwung, die zweite wohl eher zögerlich. Nun könnten sich beide noch ein wenig mehr hinaus wagen, nämlich aus der eigenen Komfortzone. Nicht jede und jeder, die/der jetzt etwas unternimmt, ist automatisch sorglos und tickt wie vor der Pandemie. Nicht jede und jeder, die/der Maske trägt, ist ein angstgebeuteltes Wesen. Sich aus der eigenen Komfortzone zu wagen, sich rauszutrauen, hieße nun, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Natürlich geht das nicht in jeder Situation. „Ich sehe, Sie tragen Maske. Ist es Ihnen lieber, wenn ich auch eine Maske aufsetze?“ ist vermutlich eine recht ungefährliche Äußerung. „Ich möchte weiterhin Maske tragen. Sie können aber gerne maskenlos bleiben.“ dürfte auch auf Zustimmung stoßen. Doch schon die Bitte um Abstand könnte unangenehme Folgen haben, bei denen man sich überlegt, ob man sich damit auseinandersetzen möchte. Wie kommuniziert man dann? Ein erster Schritt ist es, sich mental auch auf misslingende Kommunikation einzustellen und nicht persönlich beleidigt zu sein, wenn man sich nicht versteht.

Das Verlassen der eigenen Komfortzone, auch und gerade in der Kommunikation, erweitert in jedem Fall den Horizont. Wir sind im Alltag ganz schnell nur auf unserer eigenen Landkarte unterwegs. Andere Gebiete sind uns oft so fremd, dass wir uns gar nicht vorstellen wollen, welche Beweggründe sich hinter Äußerlichkeiten verbergen könnten. Wenn wir unser bevorzugtes (geistiges) Territorium verlassen, kommen wir uns näher, ob mit oder ohne Händeschütteln. In jedem Fall aber hoffentlich ohne unsere übliche öffentliche „Maske“.

Dranbleiben ohne Druck

Jährlich setze ich mich pünktlich zur Adventszeit ans Klavier und übe „Knecht Ruprecht“ von Robert Schumann. Ob ich es in diesem Jahr zum Heiligen Abend fehlerfrei schaffe? Bisher stehen die Chancen 50:50, doch das ist eigentlich nebensächlich, denn es geht um das Dranbleiben, auch wenn es Zeit und Mühe kostet.

Jetzt könnte ich mich natürlich mit mir selbst schimpfen, dass ich es aufgeschoben habe (glauben Sie mir, bei vielen Nachlässigkeiten tue ich im ersten Moment genau das), aber es bringt nichts und am Klavier schon gar nicht. Wenn man sich nämlich selbst in den Senkel stellt, verkrampfen sich die Muskeln. Der Kopf ist mit den Gedanken bei der inneren Standpauke und wenn dem nicht mehr so sein sollte, so hat zumindest der Körper die Prozesse, die mit dieser Standpauke ausgelöst werden, noch nicht neutralisiert. Die Folge davon ist, dass man versucht, die Standpauken zu vermeiden. Das geht am besten, wenn man sich, wie in meinem Beispiel, gar nicht mehr ans Klavier setzen würde.

Damit gibt man die guten Vorsätze genauso schnell wieder auf, wie man sie gefasst hat. Oder formuliert sie gar nicht erst. Manchmal wird auch in einer Hau-ruck-Aktion alle Energie verpulvert, sodass man danach erschöpft ist: Es klappt einfach nicht.

Gewöhnen Sie sich das Schimpfen ab und realisieren Sie etwas von Ihrer Dranbleiben-Liste immer im gegenwärtigen Moment. JETZT setze ich mich ans Klavier. JETZT gehe ich eine Stunde an die frische Luft. JETZT sehe ich die geparkten Bestellungen durch und streiche die unwesentlichen Titel für einen besseren Lagerbestand. JETZT lege ich den nächsten Webshop-Eintrag an.

Und klopfen Sie sich mental auf die Schulter! Mit jedem Schulterklopfen festigt sich innerlich das Gefühl, etwas erreicht zu haben. Und beim nächsten Vorsatz entsteht mit größerer Wahrscheinlichkeit ein „Ich schaffe das!“ Ich glaube, in diesem Jahr stehen meine Chancen 52:48 für einen fehlerfreien „Knecht Ruprecht“.

(Nicht) Anstecken lassen

Wenn täglich allerhand auf einen einprasselt, hat man kaum Zeit für das Wesentliche. Wie soll man das Wichtige vom Unwichtigen unterscheiden, ohne sich gleich vom nächsten Aufreger anstecken zu lassen?

Im Buchtipp „Soviel du brauchst“ beschreibt die Autorin im Kapitel „Schalt ab“ die Auswirkung einer Mental-Übung, hier folgt eine Anleitung (eine von mehreren möglichen):

Bleiben Sie akut stehen, wenn das nicht durchführbar ist, gehen Sie genau JETZT langsamer, (bleiben JETZT sitzen, JETZT liegen) und ziehen Sie in Ihrer Vorstellung die Tür Ihres persönlichen Bereichs zu. (Das ist der Raum um Sie herum, in dem Ihnen niemand zu nahe kommen darf, Ihr individueller Wohlfühlabstand zu anderen Menschen.)

Diese Tür ist schalldicht und auch die Wände Ihres Wohlfühlbereichs sperren die Geräusche aus. Sie hören daher Ihren Atem. Hören, wie die Luft beim Einatmen in die Nase strömt und beim Ausatmen wieder hinaus. Sie atmen langsam, weil Sie es genau hören möchten. Sie merken, dass  beim Wechsel zwischen einatmen und ausatmen gar kein Geräusch zu hören ist. Absolute Stille im Atem und in Ihren Gedanken. Zwischen Ein und Aus haben Sie abgeschaltet. Völlig. Sie holen Atem.

Mit dieser Übung lassen sich nicht von der allgemeinen Aufregung, der Empörung oder etwaigen Befürchtungen anstecken. Vielleicht aber ...

Vielleicht aber lassen Sie sich von der Sehnsucht nach Ruhe, innerem Frieden oder Angekommensein anstecken. Vielleicht wird eine Form der Meditation Ihre Auszeit aus der Alltagshektik.

Viele wünschen sich am Ende der Adventszeit, mehr zur Ruhe gekommen zu sein. Zünden Sie also ein Licht an, schließen Sie die Tür zu Ihrem persönlichen Raum und atmen Sie Ein – und aus – und ein – und aus –.

Sprechen Sie die Atemanleitung mit ruhiger Stimme und immer größer werdenden Pausen auf Ihr Handy, ungefähr zwei Minuten lang. Spielen Sie es ab, wenn Sie zur Ruhe kommen wollen. Das erleichtert den Einstieg in diese Form des Runterfahrens.

Eingesprochene Version der Übung Atempause

© Gudula Buzmann
Weiterleitung zum privaten Gebrauch unter Hinweis auf Urheberschaft gestattet.

Ihr persönlicher Dezember 2021

Mit etwas Übung können wir unsere individuelle Zukunft gestalten, indem wir sie vorab mental intensiv erleben. Dafür benötigen wir quasi eine emotionale Blaupause unterschiedlicher Gefühlszustände.

Wie möchten Sie sich Mitte Dezember 2021 fühlen? Wollen Sie mit sich im Reinen sein? Wollen Sie entspannt sein oder positiv aufgeregt? Möchten Sie zufrieden auf Erreichtes zurückblicken oder voller Tatendrang in den Startlöchern stehen? Suchen Sie in Ihren Erfahrungen nach einer Zeit, in der Sie sich ungefähr so gefühlt haben. Beschreiben Sie Ihre damaligen Gefühle für sich selbst mit positiven Worten. Nun reisen Sie mental in die Zukunft und rufen das Gefühl auf.

Ist das Gefühl für Sie angenehm? Möchten Sie vielleicht noch entspannter sein, noch zufriedener, mit noch mehr Tatendrang? Intensivieren Sie Ihr Gefühl. Dafür gehen Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit durch Ihren Körper und spüren: Wie fühlt sich Tatendrang in den Füßen an? Wie im Bauch, wie in den Händen? Ist Tatendrang warm oder kribbelt er? Machen Sie ihn noch wärmer, mit noch mehr Kribbel-Energie.

Während Ihr Körper kribbelt, schauen Sie sich jetzt mental um. Ihr Gehirn „erinnert“ sich an alles, was zu Ihrer wunderbaren Situtation im Dezember 2021 beigetragen hat. Sie nehmen alles wahr und freuen sich an der Gegenwart im Dezember 2021. Dann verlassen Sie den Dezember 2021 und kommen ins Heute.

Sie werden überrascht sein, wie sehr sich Ihr Gefühl im Dezember 2021 realisiert hat.

 

Häufig gestellte Fragen

Sie haben schon viel geändert und doch scheint es ein unsichtbares Hindernis zu geben. Vielleicht ist es eine Frage für's Mentaltraining ...

Sollbruchstellen

Sollbruchstellen kennt man vor allem bei Produkten. Da geht etwas unter Belastung kaputt, was eigentlich noch gar nicht so alt ist, nur damit die Nachfrage nach Neuem steigt.

Nun hat jede und jeder von uns auch so ihre bzw. seine Sollbruchstellen. Diese zeigen sich altersunabhängig scheinbar plötzlich unter Belastung, Stress, bei chronischer Angespanntheit oder einfach, wenn alles irgendwie gerade zu viel ist. Dann meldet sich die Schulter, die Haut, der Magen oder der Reizdarm. Bei anderen leidet unter Stress das Gehör oder das Sehen, wieder andere bekommen Herzrasen oder Migräne.

Man hat sich zu viel aufgeladen und das ist zum aus der Haut fahren. Die Situation schlägt schon seit längerem auf den Magen, weil eine Entscheidung schwer zu verdauen ist. Außerdem kann man es nicht mehr hören, was andere von einem fordern. Man schaut weg – und doch dreht der Motor hoch und die aussichtslose Lage bereitet Kopfschmerzen.

Wer auf die Worte achtet, mit denen die eigene Beschwernis anderen mitgeteilt wird, bekommt einen ersten Anhaltspunkt für die Lösung scheinbar auswegloser Situationen. Sie beginnt auf der gleichen Ebene: Ich muss das erst einmal verdauen, sollte auf meine innere Stimme hören und brauche dringend einen freien Kopf.  Während man im Coaching gezielt nach alternativen Verhaltensweisen sucht, macht man sich im Mentaltraining die Hinweise zunutze, um über Entlastungstechniken, innere Bilder und leichte Körperübungen Verarbeitungsprozesse anzustoßen oder zu unterstüzten. Wenn der Kopf frei ist und körperliche Beschwerden nicht mehr dominieren, findet die eigene Kreativität zur Lösung von Problemen auch wieder Gehör.

Worte wählen

Wir waren gemeinsam essen: ein Salat, ein Schnitzel, zwei große Pasta. Denn "Der Salat, das bin ich!" tönte es auf die Frage nach dem Besteller des Gerichtes.

Was in diesem Fall des genauen Hinhörens amüsiert – und Eingang in einen beliebten Witz gefunden hat –, kann in anderen Fällen des wörtlich Nehmens das Leben kosten. Eine mancherorts gängige Redewendung für „genauer kann ich es nicht sagen“ lautet „schlag mich tot“. Jedem sprachaffinen Menschen stockt dabei das Herz. Gedankenlos wird gesagt, was nicht gemeint sein kann.

Die Redewendung hat nicht nur Einfluss auf Zuhörende sondern viel mehr noch auf die Sprecherin bzw. den Sprecher. Menschen, die diese Redewendung nutzen, erlauben ja quasi, sie für Unvollkommenheit mit dem Tod zu bestrafen. Während die Einen sich daher „kleinreden“, sich verbal ducken, damit man von der Strafe absehen möge, gehen die Anderen in die Offensive, legen Druck auf die Stimme und vertreten ihren Standpunkt mit vordergründiger Vehemenz.

Um dauerhaft umzuschalten, sollte man die Redewendung, wenn sie denn entschlüpft ist, bewusst wahrnehmen. Im nächsten Schritt wird man dann kurz stocken BEVOR man die Worte sagt und sie vielleicht durch „genauer kann ich es nicht sagen“ ersetzen. Denn Worte verändern das Leben.

Was wir aussenden, kehrt zu uns zurück

Es ist immer wieder faszinierend, wie bewusstes Formulieren eine Veränderung der Gefühle und des Verhaltens nach sich zieht.

Wer etwas bewegen will, muss sich bewegen!

Im Mentaltraining bewirkt Bewegung, dass im Gehirn neue Eindrücke zu stabilen Vernetzungen werden. So kommen Veränderungen über den Vorsatz hinaus.

Lauter Bäume und kein Wald in Sicht?

Wenn man sich mit den eigenen Gedanken immer wieder im Kreis dreht, bietet Mentaltraining die notwendigen Perspektivwechsel.

Menschen sind ganzheitliche Wesen!

Mentaltraining verbindet die verschiedenen Sinnesebenen zu einem Ganzen. Ein innerer Test stellt sicher, dass Veränderungen auch im unmittelbaren Umfeld Bestand haben.