Hans-Werner Bormann/Marcus Benfer/Gabriela Bormann, Change durch Co-Creation

So verdoppeln Sie den Erfolg Ihrer Transformationsprozesse
Campus Verlag, 978-3-593-51000-2

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Der Einstieg

Muss bei (Business-)Ratgebern immer eine grandiose Aussage auf dem Cover stehen, verdoppelter Erfolg beispielsweise? Rechnet man das anhand der im Vorwort genannten Prozentwerte hoch, scheitern auch bei verdoppeltem Erfolg noch 40 Prozent der Transformationsprojekte. Sehen Sie aber gelassen darüber hinweg und lesen Sie, denn das Buch ist richtig gut, richtig sinnvoll und richtig praxisbezogen.

Worum es geht

Die Autoren beziehen den Begriff der Co-Creation – ursprünglich die Einbeziehung der Nutzer in den Entwicklungsprozess eines Produktes – auf die Mitwirkung aller Bereiche und Hierarchieebenen beim Unternehmenswandel. Im Mittel bleiben 70 Prozent der Transformationsprojekte stecken. Unabhängig von der Quote ist es im konkreten Fall schädigend, denn entweder war das Projekt sowieso irrelevant, oder es wäre nötig gewesen, und jetzt sind alle Beteiligten (vielleicht schon zum wiederholten Mal) demotiviert.

Wie es anders werden kann

Der Grund verpatzter Wandlungsprozesse liegt oft in der stillschweigenden Annahme, alle Beteiligten gingen von den gleichen Überzeugungen aus und würden externe Notwendigkeiten in gleicher Weise interpretieren. Die Autoren decken jedoch auf, wie unterschiedliche Interpretationsansätze einen äußerlich gleichen Sachverhalt völlig anders darstellen. Der Verlust von Kunden beispielsweise kann ein temporärer Effekt sein – die werden schon zurückkommen, wenn sie vom Mitbewerber enttäuscht sind – oder als Beginn einer Krise – wenn das so weitergeht, sind wir weg vom Fenster – wahrgenommen werden. Die Dringlichkeit des Wandels wird anders empfunden.

Co-Creation heißt daher, gemeinsam die impliziten Annahmen aufzudecken, heimliche Befürchtungen zuzulassen, Bedenken ernst zu nehmen und schließlich sicherzustellen, dass alle mit denselben Worten dasselbe meinen. Organisationen „reagieren ... immer nur auf sich selbst, nie unmittelbar auf Veränderungen in ihrer Umwelt“. Wie beim individuellen Lernen neuer Verhaltensweisen müssen auch die „Gehirnbahnen“ der Organisation neu entstehen. Das benötigt Zeit und Übung.

Lohnende Lektüre, ...

... denn durch Geschichten aus der Beratungspraxis quasi „zum Aufwärmen“, ein durchgehendes Change-Beispiel in den weiteren Kapiteln, hervorragende Schaubilder und prägnante Tipps für das eigene Vorgehen ist das Buch Business-Roman, Nachschlagewerk und Checkliste gleichzeitig.

Ihre Gudula Buzmann